mehr werden

Wieder nur zwei Leute beim Treffen? Ihr baut eine neue Gruppe auf, aber es kommt kaum wer? So kann es nicht weitergehen, ihr wollt mehr werden. Immer wieder kommt die Frage auf: Wie können wir eigentlich mehr Leute werden? Was, wenn euer Wunsch nach mehr Leuten nicht automatisch zu einem wundersamen Anwachsen der Gruppe führt? Darum geht es im folgenden Abschnitt.

Thementext

Überlegt euch, wen ihr dabei haben wollt und wie die Leute zu euch kommen sollen.
Stellt euch dabei die Fragen, wen ihr dabei haben wollt, wo ihr es ok fändet, wenn die Leute dabei sind, und wer nicht Teil der Gruppe werden soll. Bei der letzten Frage geht es darum, sich deeper damit zu befassen, mit wem ihr nicht zusammenarbeiten wollt. Es geht darum, zu überlegen, wie alt die Leute sein sollen, oder ob ihr kindgerechte Räume schaffen könnt oder wollt. Es wird immer Ausschlusskriterien geben. Seid euch dessen bewusst und tut nicht so, als wärt ihr für alle offen, wenn ihr es in der Realität nicht seid.
Und ein weiterer wichtiger Faktor ist natürlich: Wie viele Leute wollt ihr überhaupt aufnehmen?

Worüber wollt ihr Leute erreichen?

Wenn ihr wisst, welche Zielgruppe ihr für eure Gruppe begeistern wollt, geht es mit der Mobilisierung los.
Je nachdem wen ihr erreichen wollt, müsst ihr unterschiedliche Methoden benutzen. Wenn ihr euch mit Themen rund um die Schule befasst, ist es vermutlich sinnvoll, neben Flyern in der Schule auch die Social-Media-Plattformen, auf welchen sich die jeweiligen Schüler*innen bewegen, zu bespielen.
Worauf bei der Erstellung von Flyern, Plakaten oder Sharepics zu achten ist, schaut bei Flyer/Sticker/Poster und Social Media vorbei.

Methode: 1-zu-1-Gespräch

Doch was am besten funktioniert, sind direkte Gespräche mit möglichen Interessierten. Hierfür ist relevant, dass ihr viel zuhört. Achtet darauf, ungefähr zu 70 % zuzuhören und nur zu 30 % selber zu sprechen. Das reine Volltexten von anderen wird da eher weniger funktionieren, um wen zum Mitmachen zu bewegen. Das ist gar nicht so einfach, aber mit ein bisschen Übung klappt das. Es geht darum, zu verstehen, was die Menschen bewegt und welche Emotionen damit verbunden sind. Damit wir etwas ändern wollen, müssen wir erst einmal ein Problem sehen. Das ist dann häufig mit Frust, Wut oder Trauer verbunden. Doch nur das Problem erkennen und wütend darüber sein reicht noch nicht aus, um aktiv zu werden. Es braucht eine Hoffnung und Perspektive, etwas ändern zu können. Die bringt ihr mit ins Gespräch rein, also dass es möglich ist, mit eurer Gruppe was aktiv zu ändern. Anschließend folgt die Aktion, zu der ihr die Leute einladet.
Zusammengefasst bedeutet dies: Ihr steigt in ein Gespräch ein, klärt offene Fragen, stellt euren Plan vor, wie ihr gewinnen werdet, und ladet nach einer Zustimmung der anderen Person diese zu einem Treffen oder einer Aktion ein.

Einbinden

Wenn ihr neue Leute habt, schaut, dass ihr diese gut einbindet. Seid auf den Treffen freundlich zu neuen Menschen. Ihr wart alle auch schon mal in der Situation, dass ihr neu in eine Gruppe gekommen seid. Denkt darüber nach, was damals gut oder nicht so gut geklappt hat, und geht mit offenen Armen auf neue Leute zu. Auch sind viele erst einmal gehemmt und müssen sich orientieren, bevor sie voll mit dabei sind. Gebt die Möglichkeit, dass ihr euch einander bekannt machen könnt, schafft spaßige Gelegenheiten. Ladet neue Leute auf ein Getränk nach dem Plenum ein oder macht einen gemeinsamen Ausflug.

Wenn es um das Aufgabenverteilen geht, nehmt neue Leute mit, aber achtet darauf, niemanden zu überfordern. Eine Aufgabe, die für eine erfahrene Person easy zu bewältigen ist, ist für eine unerfahrene Person mit zehnmal so viel Aufwand verbunden.

Buddy-System

Um dagegen vorzugehen, dass neue Leute alleine Sachen machen müssen, gibt es zum Beispiel das Buddy-System. Eine erfahrene Person nimmt jemand Neuen an die Hand, erledigt zusammen Aufgaben und ist für Fragen erreichbar. Schaut aber, dass ihr auf lange Sicht alle was miteinander macht, damit keine Abhängigkeiten in der Gruppe zwischen Buddy und neuer Person entstehen. Das Ziel dabei ist es, dass neue Menschen selbstständig in eurer Struktur aktiv werden können.

Und zu guter Letzt: Macht regelmäßige Treffen. Nichts ist nerviger, als dass eine neue Person immer wieder euch aus der Nase ziehen muss, wann ihr euch wo wieder trefft. So ermöglicht ihr es auch, dass Leute, wenn diese nicht direkt auf das nächste Treffen von euch gegangen sind, euch wiederfinden können.