Es gibt viele Möglichkeiten, aktiv zu werden. Dafür braucht es nicht mal unbedingt eine Gruppe.
Auch als Einzelperson gibt es Sachen, die gemacht werden können. Mit anderen zusammen macht es aber meistens mehr Spaß. Bei der Auswahl der passenden Aktionsidee ist es sinnvoll, zu schauen, wie gut diese gerade anwendbar ist, welche Ziele damit erreicht werden sollen und auch wie viele Kapazitäten dafür da sind. Also, wie viel Aufwand bedeutet die geplante Aktion? Habt ihr dafür genug Zeit, ausreichend Ressourcen, genug Geld oder Materialien und lohnt sich der Aufwand für das Ergebnis? Wobei natürlich Aktionen auch einen Selbstzweck für euch haben können, indem diese die Gruppe bestätigen und stärken können. Doch passt auf, nicht zu viele Frustrations-Erfahrungen zu sammeln. Wenn eine Aktionsform für euch mehrmals nicht funktioniert hat, ist es vielleicht sinnvoll, die Strategie und die Aktionsform zu ändern.
Aktionsideen
Wenn gerade niemand anders Zeit hat oder du (noch) nicht organisiert bist, gibt es ein paar Möglichkeiten, aktiv zu werden und einen Unterschied zu machen. Die ersten Ideen können auch alleine umgesetzt werden.
Sticker kleben
Da, wo du gerade rumläufst, Aufkleber kleben und somit eine Sichtbarkeit für ein Thema herzustellen. Besonders gut funktioniert das an Orten, an denen viele Leute vorbeikommen. Schau aber darauf, nicht einfach deinen Nachhauseweg zu bestickern. Nicht jede*r muss wissen, wo du wohnst. Besonders wenn nicht so viel anderes klebt, können so zum Beispiel Nazis rausfinden, wo du wohnst.
Wichtig ist, sich bewusst zu sein, dass das Kleben von Aufklebern an manchen Orten als Ordnungswidrigkeit interpretiert wird, eine Sachbeschädigung ist es aber nicht.
Flyer verteilen
Flyer oder auch Flugblätter können mit relativ wenig Aufwand an verschiedensten Orten ausgelegt werden. Auch ist es möglich, diese aktiv zu verteilen und darüber direkt ins Gespräch mit anderen Menschen zu kommen. Das Tolle ist, Flyer erreichen auch Leute, von denen du vielleicht gar nicht erwartet hättest, dass die sich für das Thema interessieren. Beim Verteilen von Flyern kann es wichtig sein, dass ein sogenannter V. i. S. d. P. (Verantwortlicher im Sinne des Presserechts) draufsteht.
Mit Leuten reden
So einfach, wie es klingt, ist es zwar nicht unbedingt, aber einfach mal Leute ansprechen, was sie gerade von dieser oder jener politischen Entwicklung halten, geht eigentlich immer. Das kann in eurer Familie, in der Schule, auf der Arbeit, der Uni oder sonst wo sein. Aber egal, mit wem ihr redet: Bei Menschen, die in ihrer rechten Weltanschauung festgefahren sind, lohnt sich der Aufwand nicht. Wenn aber das Gefühl da ist, dass bei dem Gegenüber was bewegt werden kann, go for it.
Leser*innenbriefe schreiben.
Egal ob es einen konkreten Anlass gerade gibt: Du kannst Leser*innenbriefe an die Zeitung schreiben. Das können Erwiderungen auf Artikel sein, die ein Thema aufgreifen, oder ihr schreibt, was euch gerade bewegt. Zeitungen drucken regelmäßig Leser*innebriefe
Rechte Propaganda entfernen
Rechte Propaganda wegzumachen ist eine gute Sache, aber denke daran, dass die, die die rechten Aufkleber geklebt haben, noch in der Nähe sein können. Also bestenfalls nicht alleine machen. Keine Kopfhörer auf den Ohren haben, sich umschauen, wer so in der Nähe rumläuft, und sich mit der Gegend vorher vertraut gemacht haben, hilft dir, dich zu schützen.
Flashmob
Flashmobs sind eine, oft auch mit Spaß verbundene, kurze politische Aktion. Ihr macht in einem öffentlichen Raum mit einer Aktion auf euch aufmerksam, die andere Menschen irritiert und zum Zuschauen bringt. Dabei bringt ihr diese zum Nachdenken und macht auf eine politische Situation aufmerksam. Das heißt, neben der Aktion selber kann es sinnvoll sein, dass Leute mit einem Transparent danebenstehen, andere Flyer verteilen oder wer eine kurze Rede mit einem Megafon hält.
Infostand
Eine etwas ruhigere Aktion ist ein Infostand. Denn häufig soll neben der Aufmerksamkeit auf etwas auch noch mehr Information vermittelt werden. Dafür eignen sich Infostände ganz gut. Die können auf Veranstaltungen wie (Straßen-)Festen stehen, aber auch einfach an einem belebten Ort. Dafür braucht es meistens eine Genehmigung. Wenn ihr einen Infostand auf die Beine gestellt habt, versteckt euch nicht dahinter, schaut, dass ihr offen ansprechbar wirkt. Vielleicht habt ihr auch einen Menschen, welcher Leute aktiv anspricht und zum Infostand führt. Dort habt ihr am besten eine übersichtliche Auswahl an Materialien.