Pressearbeit ist ein oft heiß diskutiertes Thema. Oft sind Leute von der Berichterstattung angepisst oder haben gar keine Lust, dass da wer Fremdes bei einer Aktion rumturnt. Doch wie erfolgreich eine Aktion abläuft, hängt nicht nur damit zusammen, ob bei euch alles geklappt hat, sondern auch damit, dass es die richtigen Leute mitbekommen. Selbstverständlich könnt ihr auch eure eigene Öffentlichkeitsarbeit auf Social Media machen, aber wenn ihr wollt, dass die Themen im Abgeordnetenhaus/Landtag ankommen, werdet ihr damit eher nicht auf der „For you“-Page der Abgeordneten landen. Auch baut Presseöffentlichkeit noch einmal anders Druck auf. Wenn Journalist*innen den*die Bürgermeister*in mit Anfragen zu dem Jugendzentrum überschütten oder Leute aus dem Umfeld der Entscheidungsträger*innen diese darauf ansprechen, weil ihr in den Abendnachrichten wart, kann das einen entscheidenden Effekt für eure Kampagne haben.
Pressekampagne
Um euch gut auf die Pressearbeit vorzubereiten, empfiehlt es sich, sich erst einmal ein paar Gedanken darüber zu machen, wen ihr erreichen wollt. Dann könnt ihr euch überlegen, mit wem ihr dafür sprechen oder wem ihr eine E-Mail schreiben solltet. Dafür empfiehlt es sich, eine Pressekampagne zu überlegen. Ihr könnt natürlich auch Pressearbeit erst einmal nur für eine Aktion vorbereiten. Das Wissen dafür könnt ihr euch selber anlesen oder ihr fragt rum, ob wer Erfahrung hat und die mit euch teilen mag. Es gibt auch ganz viele Workshopangebote zu dem Thema.
Kernbotschaften
Der Dreh- und Angelpunkt eurer Öffentlichkeitsarbeit sind Kernbotschaften. Das sind kurze, verständlich formulierte Aussagen und Forderungen, die ihr herüberbringen wollt. Anhand dieser Kernbotschaften könnt ihr euch in der gesamten Pressearbeit entlanghangeln. Besonders für Pressemitteilungen sind die praktisch. Denkt aber daran, nicht alle immer auf einmal, sondern maximal zwei bis drei in einer Pressemitteilung oder einem Interview einzubringen, ansonsten kann es passieren, dass es zu lang wird, der Fokus verloren geht oder ihr euch verheddert.
Pressemitteilung
Der einfachste Weg, um Journalist*innen zu erreichen, ist die Pressemitteilung. Damit fängt die Pressearbeit meistens mit an. Das ist eine E-Mail, die ihr an Journalist*innen und Redaktionen schickt. Schaut hierfür nach den E‑Mail-Adressen. Diese bekommt ihr häufig auch von anderen Gruppen oder auch Institutionen, die schon Pressearbeit gemacht haben. Schaut auch hier, wen ihr eigentlich erreichen wollt, und passt den Presseverteiler an. Wie genau eine Pressemitteilung aussehen kann, könnt ihr unten in den Links finden. Ein Tipp am Rande: Schickt euch die Pressemitteilung an eure dafür erstellte Presse-E-Mail-Adresse selber und setzt die Journalist*innen in den BCC (Blind Carbon Copy). Journalist*innen mögen es nicht, wenn ihre E-Mail-Adresse überall sichtbar ist oder sie sehen, dass alle anderen auch die E-Mail bekommen haben.
Pressehandy
Zusätzlich könnt ihr neben der Möglichkeit einer Kontakt-E-Mail auch eine Telefonnummer mit angeben. Nehmt dafür immer ein neues Handy und kein Privathandy! Ihr wollt nicht, dass eure Nummer im Internet steht, und vermutlich noch weniger, um 3 Uhr nachts von einem Journalisten angerufen werden. Überlegt euch, was ihr am Telefon absprechen wollt. Wenn ihr unsicher seid. Dann nutzt es nur, um Interviewtermine abzusprechen oder einfache Verständnisfragen zu beantworten. Für (Telefon-)Interviews kann es helfen, sich an den Kernbotschaften entlangzuhangeln und die immer griffbereit zu haben. Wenn es am Telefon komplett schiefgeht, könnt ihr auch immer abbrechen und später zurückrufen.
Interviews
Interviews sind immer Stressmomente. Denkt dabei auch wieder an eure Kernbotschaften und was ihr rüberbringen wollt. Geht am Anfang nicht alleine hin, sondern nehmt euch einen Pressebuddy mit. Also ein Mensch, der euch begleitet, euch unterstützt und mit dem ihr das vor- und nachbereiten könnt. Wenn ihr die Möglichkeit habt, übt euch erst einmal mit solidarischen Journalist*innen.
Auch könnt ihr Interviews ab- oder unterbrechen, wenn es euch zu viel wird. Das ist häufig sinnvoller, als nur noch herumzustottern.
Mit wem reden?
Überlegt euch gut, mit wem ihr reden wollt. Ihr habt nicht die Pflicht, mit allen zu reden. So könnt ihr zum Beispiel festlegen, nur mit Lokalpresse oder seriösen Medien zu reden. Wenn ihr in eurer Pressestrategie auch Leute erreichen wollt, die euch nicht zugeneigt sind, sieht das wieder anders aus. Bereitet euch dann aber gut darauf vor.