Selbstorganisiert sein bedeutet auch immer, sich selber weiter fortzubilden. Denn es gibt keine feste Institution, wie ein Bildungswerk, welches in der Organisation einfach angefragt werden kann. Aber ihr könnt das auch selber ganz gut hinbekommen. Und wenn ihr doch mal Fragen wozu habt und euch was komplett unerklärlich ist, gibt es Leute, die euch unterstützen können.
How To’s
Ein gut bewährter Weg, Wissen weiterzugeben und zu teilen, ist es, es verständlich aufzuschreiben. Also so, dass auch wer in zwei Jahren, wenn vielleicht andere Leute in der Gruppe sind und dich nicht mehr kennen, verstehen was du damals zu Papier gebracht hast. Eigentlich so ein bisschen so wie diese Website, welche, wie der Name vielleicht verrät, genau das umsetzt. In eurer Gruppe oder in dem selbstverwalteten Ort, in dem ihr seid, wird es vermutlich Sachen geben, die euch besonders wichtig sind, weiterzugeben. Daher kann es nicht ein universelles ‚how to’ zu jedem Thema geben, aber ihr seid eingeladen, euch an bisher bestehenden zu bedienen. Als ein Tipp: Schreibt mit auf, wer an dem 'How To' gearbeitet hat, falls es mal Nachfragen in der Zukunft gibt.
Bildungsnetzwerke
Auch wenn ihr vermutlich, nicht wie eine größere Jugendstruktur, eigene Fortbildungsabteilungen habt, hindert euch an sich nichts daran, die von anderen zu nutzen. Seien es von Partei(jugend-)organisationen, Gewerkschaften oder Parteistiftungen. Dort gibt es ein breites Angebot von Workshops, Podiumsgesprächen und Texten, die euch in dem, was ihr tut, weiterhelfen können.
Beratungen
Es gibt neben institutionellen Organisationen auch selbst organisierte Beratungsstrukturen. Das sind oft spezialisierte Gruppen, wie die ,AG Beratung‘ in Berlin, welche bei Verwaltungsfragen weiterhilft. Das ,Netzwerk Selbsthilfe‘, die Selbstorganisation unterstützen und sich viel mit deren Finanzierung auseinandersetzen und eine umfassende Übersicht über Fördertöpfe haben.
Workshops finden
Es gibt auch eine Vielzahl an selbstorganisierten Bildungskollektiven und Menschen, die Workshops und Seminare anbieten. Diese sind teilweise auf ein Thema fokussiert oder bieten eine Vielzahl von Themen an, die für aktivistische Menschen und Gruppen interessant sind. So gibt es zum Beispiel ‚Wortwechsel’, die sich zur Aufgabe gemacht haben, aktivistische Menschen und Gruppen zu befähigen, Öffentlichkeitsarbeit zu machen.
Andere Kollektive sind breiter aufgestellt, wie zum Beispiel das ‚Kipp.punkt Kollektiv’, das im Kontext von Klimaaktivismus eine Vielzahl von Workshops angeboten hat. Wenn es konkret und aktivistisch bleiben soll, gibt es mit ,skills 4 Action‘ praktische Workshops. Kollektive wie ,Educat‘ und ,Skills for Utopia’ bieten auch viele Fortbildungen an, die euch in eurer Organisation unterstützen können
Online-Workshops
Es gibt auch die Möglichkeit, sich online fortzubilden. Hier ist besonders die ‚organisiert euch‘-Website zu empfehlen. Auf dieser findet ihr Onlineworkshops zu den Themen: Projektmanagement, Moderation, Öffentlichkeitsarbeit, Mehr werden, Kampagnenarbeit und Konflikte lösen. Die könnt ihr euch auch als Gruppe anschauen und durcharbeiten. Neben Videoformaten und Inputs gibt es Arbeitsaufträge, an denen ihr euch entlanghangeln könnt. Das könnt ihr auch nutzen, um euch da selber einen Workshop zu geben.
Juleica
Eine weitere Möglichkeit ist eine Jugendleiter*innen-Ausbildung, die Juleica. Das ist eine mindestens 40-stündige Kurzausbildung für Menschen, die mit Jugendlichen arbeiten. Die könnt ihr aber auch selber machen und von dem Wissen, das ihr da lernt, profitieren. Zwar geht es in selbstorganisierten Jugendgruppen weniger darum, dass eine einzelne Person leitet, dennoch sind die Skills wie Moderation und das Erlernen von Gruppendynamiken ganz praktisch und ihr könnt die in eurer Gruppe weitergeben.