Kontakt mit Politik & Verwaltung

Anzüge und Krawatten, eingestaubter Flair, komplizierte Sprache? Das schreckt schon ein bisschen ab und ist vermutlich nicht so ganz eure Lebensrealität. Sich für fünf Stunden in eine Bezirksverordneten-Versammlung zu setzen, ist auch nicht was für alle. Doch irgendwie braucht es die Mitarbeit von Politik und Verwaltung, damit die Bäume in der Straße nicht gefällt werden oder es endlich einen Zebrastreifen über die vielbefahrene Straße gibt. Aber wie kann mit denen gesprochen werden und wo kann man die ansprechen? Auf diese Fragen und noch mehr geht der folgende Abschnitt ein. Es gibt kein Erfolgsrezept, aber weiterhelfen wird es auf jeden Fall.

Thementext

Wen ansprechen?

Wichtig ist, zu schauen, mit wem ihr eigentlich reden solltet, um euer Ziel zu erreichen. Recherchiert also erst einmal, wer dafür zuständig ist. Das könnt ihr häufig über die Websites der Stadt oder des jeweiligen Amtes rausbekommen, oder ihr fragt Leute, von denen ihr vermutet, dass die Plan haben. Das können zum Beispiel die Leute aus dem Nachbarschaftstreff sein oder Sozialarbeitende im Jugendzentrum um die Ecke. Dabei könnt ihr auch gleich schon anfangen, Unterstützer*innen zu sammeln.

Supportis

Denn die werdet ihr vermutlich brauchen, wenn ihr ein politisches Gremium überzeugen wollt oder das Okay von einer Behörde braucht. Weitere Unterstützende können vom Sportverein über eine Umweltschutzgruppe bis zum örtlichen Schachclub alle sein. Denn überall gibt es gut vernetzte Leute.

Plan machen

Macht euch auf jeden Fall einen Plan. Überlegt euch, was ihr eigentlich wollt und warum euch die Verwaltung oder Politik dabei unterstützen sollte. Sammelt Argumente, findet im Vorfeld raus, ob es Themenfelder gibt, die der*dem Politiker*in besonders wichtig sind. Am besten passen sich Gespräche in eine Öffentlichkeitskampagne ein, wenn ihr Großes vorhabt. Eine Möglichkeit kann zum Beispiel sein, vorher schon, bestenfalls positiv, aufzufallen. Sei es durch ein Konzert, eine Demonstration oder einen Kuchenstand bei einer lokalen Veranstaltung.

Wie auftreten?

Geht nicht alleine zu einem solchen Treffen. Nehmt euch ein oder zwei Friends mit. Wenn ihr euch noch zu unsicher fühlt, könnt ihr auch eine erfahrene Person mit dazuholen. Passt aber darauf auf, dass die am Ende nicht für euch spricht und ihr nur das stille Mäuschen im Raum seid. Generell ist es gut, höflich und mit Respekt aufzutreten. Das Letzte, was ihr möglicherweise wollt, ist, dass das Gegenüber eingeschnappt ist. Bleibt bei eurem Plan, den ihr euch vorher gemacht habt, denn die Menschen, mit denen ihr zu tun habt, sind in dem, was sie machen, erfahren. Aber lasst euch davon auf keinen Fall einschüchtern. Wenn das Gespräch gar nicht läuft, ihr nicht ernst genommen werdet oder nicht vorankommt, ist es manchmal eine Möglichkeit, eine Stufe höher zu gehen. Schaut zum Beispiel, ob ihr bei der*dem Bürgermeister*in oder der Amtsleitung auf mehr Interesse stoßt. Bedenkt dabei aber, dass ihr euch damit nicht unbedingt beliebter bei der Person macht, die ihr damit übergeht. Ihr könnt euch selbstverständlich auch Tipps einholen von Leuten, die euer Gegenüber schon kennen, oder euch über diese ein Gespräch vermitteln lassen.

Wie und wo ansprechen?

Das können zum Beispiel andere Politiker*innen sein, wie jugendpolitische Sprecher*innen der Fraktionen. Die haben meistens ein offenes Ohr für junge Menschen wie euch. Andere Möglichkeiten sind Veranstaltungen wie Sommerempfänge von Parteien, Infoabende oder andere (lokal)politische Events. Schaut einfach mal, ob da die Person mit dabei ist, mit der ihr reden wollt. Dort kommt Mensch häufig einfacher ins Gespräch. Sei es mit einem Getränk von der Bar, das dem Stadtrat mitgebracht wird, oder mit einem Ansprechen am Buffet. Für deepe Gespräche ist das aber oft nicht der beste Rahmen, besonders da Politiker*innen sich erst einmal in ein Thema reinlesen müssen. Aber für ein erstes Gespräch und eine Terminfindung für ein vorbereitetes Treffen kann das eine gute Grundlage sein.
Es bietet sich auch an, am Rande einer parlamentarischen Sitzung oder eines Ausschusses die gewünschte Person anzusprechen. Oder ihr schaut, wann die Sprechzeiten der Behörde oder der*des Politiker*in sind, und geht da vorbei.
Ganz klassisch könnt ihr auch eine E-Mail schreiben. Packt da am besten schon einmal mit rein, worüber ihr gerne reden wollt, so dass sich das Gegenüber inhaltlich vorbereiten kann.

Des Weiteren gibt es in vielen parlamentarischen Sitzungen die Möglichkeit einer Fragestunde. Sei es eine Bürger*innenanfrage in der Bezirksverordnetenversammlung oder eine Runde für Jugendliche am Anfang vom Jugendhilfeausschuss.